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	<description>&#62; Oh, haa - die Welt im Wandel!</description>
	<pubDate>Mon, 18 Feb 2008 18:50:03 +0000</pubDate>
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		<title>Ist dieser Garten klimaerwärmt?</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Feb 2008 10:09:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mawerner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Global Change]]></category>

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Angesichts des Klimawandels machen sich auch Gärtner Gedanken über die Zukunft ihrer geliebten Betätigungsparzellen (siehe z.B. diesen Beitrag im Gärtner-Blog). Einige, die mit der Gärtnerei nur wenig anfangen können, denken vielleicht, dass einfach andere Pflanzenarten angepflanzt werden, und dass sich das Nutz- und Zierpflanzenspektrum in Gärten einfach ein bisschen (oder ein bisschen mehr) zu wärmetoleranteren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.space-buero.de/blogbilder/klimawandelgarten.jpg" alt="Klimaerwärmter Garten" border="1" /></p>
<p>Angesichts des Klimawandels machen sich auch Gärtner Gedanken über die Zukunft ihrer geliebten Betätigungsparzellen (siehe z.B. <a href="http://gaertnerblog.de/blog/2007/garten-im-klimawandel/">diesen Beitrag im Gärtner-Blog</a>). Einige, die mit der Gärtnerei nur wenig anfangen können, denken vielleicht, dass einfach andere Pflanzenarten angepflanzt werden, und dass sich das Nutz- und Zierpflanzenspektrum in Gärten einfach ein bisschen (oder ein bisschen mehr) zu wärmetoleranteren Arten hin verschiebt. Also kein Grund zur Sorge? Vielleicht freuen manche sich sogar auf Carob, Papaya, Ananas, Bananen aus Mitteleuropa. So weit ist es aber (zum Glück) noch lange nicht; eine solch drastische Verschiebung der Klimazonen ist weder wahrscheinlich noch wünschenswert.<br />
Ein Garten ist für viele etwas Besonderes, ein Lebenswerk und Lebensinhalt, Inbegriff einer Existenz, die mehr kennt als Erwerbsarbeit. Der Garten repräsentiert einen <em>locus amoenus</em>, ein Stück Paradies auf Erden.<br />
Ein Garten ist demnach nicht ein Plätzchen freie Natur, in dem man entspannen und ausruhen kann, vielmehr spiegelt er einen ursprünglichen Ort menschlicher Kultur wieder. In diesem Sinne ist er gerade nicht Natur. Ein Garten bedeutet nicht ‚<em>back to the nature</em>’, sondern ‚<em>back to the roots</em>’. Er ist die menschliche Bearbeitung eines Ensembles mehr oder weniger natürlicher Lebensformen. Weniger natürlich, weil einige Zierpflanzenarten so lange und intensiv gezüchtet worden sind, dass sie mit ihrer Ausgangsart nur noch recht viel zu tun haben, aber ihr durchaus nicht mehr entsprechen. Sorten, Hybriden und Varietäten, das sind in der Regel die Objekte der Gärtnerei. Häufig hindert man auch die Natur an ihrem Wirken; Moospolster und Pilze im Rasen sind nicht erwünscht und müssen eradiziert werden.</p>
<p>Einige Gartentypen haben eine so große symbolische Bedeutung, dass man annehmen kann, das Wohl einer ganzen Nation ist von dem Zustand ihrer Gärten abhängig. In Großbritannien macht man sich Sorgen um die Zukunft des englischen Rasens und des englischen Country Garden (vgl. z.B. <a href="http://www.rhs.org.uk/research/climate_change/index.asp">hier</a>): </p>
<blockquote><p>“<em>Time might be running out for the English country garden and the great British lawn. Some of the best loved features of UK gardens are under threat as a result of the impact of climate change. Climate change will affect millions of domestic gardens in the UK and could ultimately threaten the long-term survival of some historic and public gardens and parks and their plant collections. Within the next 50 to 80 years, the quintessential &#8216;English country garden&#8217; and the great British lawn could become increasingly difficult and costly to maintain and some traditional garden features may have to be replaced by new ones, more suited to changing conditions.</em>“</p>
</blockquote>
<p>Wenn ein Garten also gar nicht ein Fleckchen Natur darstellt, dann fungiert er doch auch nicht als eine Kohlenstoffsenke, wie es andere natürlichere Ökosysteme tun (z.B. Wälder). Nun, wir haben Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende gegärtnert, ohne eine Klimaerwärmung gezündet zu haben. In diesem Sinne ist ein Garten, sei er auch noch so naturfremd sicher weniger klimaschädlich als ein Autobahnkreuz oder ein Parkhaus. Der Gärtner aber, der sein bevorzugtes Gartenensemble im Sommer regelmäßig bewässern muss, der große Mengen synthetische Düngemittel verwendet, der ein Swimming-Pool errichtet hat, Rasenmäher und Laubbläser mit Dieselantrieb verwendet und am Abend effektvoll illuminiert verhält sich nicht gerade klimafreundlich. Solch ein Garten kostet Geld und die Rechnung spiegelt auch den Kohlendioxidausstoß wieder.</p>
<p>Aber was kommt denn nun mit dem Klimawandel auf die Gärtner zu? Einige Fachleute gehen davon aus, dass viele der traditionell angepflanzten Arten unter dem veränderten Klima leiden werden, dass es aber andere Arten gibt, die nun besser gedeihen und die auch schon im Zierpflanzenhandel verfügbar sind. Die Gärtner werden also mehr experimentieren mit dem Pool an Arten, der ihnen zur Verfügung steht. Ob nun in mitteleuropäischen Gärten die Blütezeit der Kakteen und großen Horstgräser ansteht, bleibt fraglich. Vielleicht entwickeln sich aber sogar Strategien, die auch in der Landwirtschaft vorteilhaft sein können.<br />
Allerdings könnte es sein, dass der Pool an Arten, der den Gärtnern zur Verfügung steht, kleiner wird. Dass der Klimawandel in Gang gebracht ist, bedeutet ja nicht einfach nur, dass die Durchschnittstemperatur ansteigt, dass die Winter milder und die Sommer trockener und heißer werden. Es erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit von Extremereignissen, was viele Gartenpflanzen nicht so gut vertragen. Hinzu kommt die Wahrscheinlichkeit, dass die Pflanzen des Gärtners von Schädlingen und Krankheitserregern attackiert werden, die bisher in einem Gebiet nicht vorgekommen sind. </p>
<p>Wir ziehen ein, vielleicht vorschnelles, Fazit: Der Klimawandel bringt Bewegung in den Garten, die Gärtner können sich nicht mehr auf ihre bisherigen Erfahrungen verlassen. Sie fangen an zu experimentieren mit anderen Pflanzenarten und anderen Ensembles und Elementen. Dadurch werden sich vorübergehend die Artenvielfalt der Gärten und die Vielfalt der Gärten überhaupt vergrößern. Auch werden Gärtner gewissenhafter beobachten, sie werden ihre Experimente protokollieren, sie werden das Wetter genauer beobachten, und sie werden auf die Phänologie ihrer Pflanzen achten und diese vielleicht sogar aufzeichnen und der Wissenschaft zur Verfügung stellen. Sie werden ihre botanischen Kenntnisse erweitern müssen, sich aber auch mit der Identifikation bisher unbekannter Krankheiten und Schädlingen auseinandersetzen.<br />
Wenn der Garten, das Sinnbild menschlicher Kultur, plötzlich dermaßen in Dynamik gerät, dann geschieht wohl nichts weniger, als dass ein neues Zeitalter der Menschheit anbricht.</p>
<p><small>
<p><u>Quellen</u>:</p>
<p>Marris, E. (2007): A Garden for all Climates. In: Nature 450 (13. Dezember 2007), S. 937-939.</p>
<p>Royal Horticultural Society: Gardening in the Global Greenhouse. Internet: <a href="http://www.rhs.org.uk/research/climate_change/index.asp">http://www.rhs.org.uk/research/climate_change/index.asp</a> (15.01.2008).</p>
<p>The New York Botanical Garden: Climate Change and the Garden. Internet: <a href="http://www.nybg.org/climate_change/climate_change_index07.php">http://www.nybg.org/climate_change/climate_change_index07.php</a> (15.01.2008).</p>
<p>UKTV Gardens: Climate Change Garden. Internet: <a href="http://uktv.co.uk/gardens/stepbystep/aid/588525">http://uktv.co.uk/gardens/stepbystep/aid/588525</a> (15.01.2008).</p>
<p></small></p>
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		<title>Hoffnung, statt Optimismus oder Pessimismus</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jan 2008 19:14:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mawerner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Global Change]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass Optimisten etwas oberflächliche, unreflektiertere, mit weniger kritischem Bewusstsein ausgestattete Menschen sein können, habe ich bereits geahnt.
Ein Beitrag von David W. Orr (siehe auch hier) in Conservation Biology (Volume 21, No. 6, 1392-1395 ‚ &#8216;Optimism and Hope in a Hotter Time’ - als pdf hier) bestätigt mich in dieser Einschätzung. Orr erklärt, wieso er angesichts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass Optimisten etwas oberflächliche, unreflektiertere, mit weniger kritischem Bewusstsein ausgestattete Menschen sein können, habe ich bereits geahnt.<br />
Ein Beitrag von <a href="http://www.davidworr.com/">David W. Orr</a> (siehe auch <a href="http://www.oberlin.edu/news-info/98sep/orr_profile.html">hier</a>) in <a href="http://www.blackwellpublishing.com/journal.asp?ref=0888-8892&#038;site=1"><em>Conservation Biology</em></a> (Volume 21, No. 6, 1392-1395 ‚ &#8216;<em>Optimism and Hope in a Hotter Time</em>’ - als pdf <a href="http://www.davidworr.com/articles.php">hier</a>) bestätigt mich in dieser Einschätzung. Orr erklärt, wieso er angesichts des anthropogenen Klimawandels die Hoffnung dem Optimismus vorzieht. Grundsätzlich glaubt er nicht, dass wir optimistisch sein können über unsere Zukunft (S. 1392). Bei der Behandlung des Klimawandels ist Optimismus sogar gefährlich, denn allzu optimistisch gestimmt neigen wir dazu, keine Veränderungen in Angriff zu nehmen. Hoffnungsvolle Menschen dagegen überprüfen, ob Optimismus gerechtfertigt ist. Um hoffnungsvoll zu sein, müssen wir wahrhaftig, ernsthaft und aufrichtig zu uns selbst sein. Hoffnung hat strengere Ansprüche und Maßstäbe; optimistisch ist man einfach so – ohne das Gefühl etwas tun zu müssen.</p>
<blockquote><p>„<em>But how do we find authentic hope in the face of climate change, the biological holocaust now underway, the spread of global poverty, seeming unsolvable human conflicts, terrorism, and the void of world leadership adequate to the issues?</em>“ (ebd., S. 1393).</p>
</blockquote>
<p><span id="more-73"></span></p>
<p>Orr folgend, können wir annehmen, dass die zurzeit verbreitete Klimaschutzkampagne zum allergrößten Teil eine wirtschaftsliberale, marktlogische Form eines instrumentalisierten Optimismus darstellt. Auf dieser Basis ist es eine „realistische“ Reaktion, den Klimawandel als Gelegenheit, als Chance wahrzunehmen. Produktion und Konsum können verbessert werden, freilich ohne sie grundlegend zu verändern (S. 1393). Eine solche optimistische Einstellung kann sich, nebenbei angemerkt, nur ein Teil der Menschheit leisten. Es werden verschiedene, mehr oder weniger große und einschneidende Maßnahmen des Klimaschutzes vorgestellt und propagiert. Ihre Attraktivität ergibt sich aus der Angabe der Gigatonnen Kohlendioxidemissionen, die durch sie eingespart werden, bei gleichzeitig nur geringen Veränderungen des Lebensstils. Angeblich führen sie mittelfristig sogar zu mehr Wohlstand und Lebensqualität.<br />
Die Öffentlichkeit glauben zu machen, dass diese viele kleinen Klimaschutzmaßnahmen, das Klima retten können, mag wohl einigermaßen wirksam sein und vielleicht sogar zur Energiewende, in ein postfossiles Zeitalter und zu einer neuen Form des Wohlstandes hinführen. Dennoch wird bei diesen Kampagnen vieles verschleiert und verborgen. Orr will der Öffentlichkeit eröffnen (S. 1394), dass Verbindungen bestehen zwischen den Autos, die wir fahren, und unserem militärischen Engagement, zwischen den Gütern, die wir kaufen und dem Klimawandel, zwischen unserem Wahlverhalten und Armut und Gewalt. Orr verlangt, wenn es um Wahrheiten geht, keine Rücksicht. Er bevorzugt einen Arzt, der einem ohne Umstände knallhart mitteilt, wie lange man noch zu leben hat. An dieser Stelle kann Orr sicher vorgeworfen werden, dass er einen recht weiten Wahrheitsbegriff hat und eventuell seine Erkenntnisfähigkeit etwas überhöht.<br />
Weil aber nur noch wenige am anthropogenen Klimawandel zweifeln und wissenschaftlicher Konsens besteht, müssen wir Orr ernst nehmen, wenn er die Aufforderung vermisst abzuschalten, auszuschalten, zu Fuß zu gehen, umzubauen, umzudenken und unser Produktions- und Konsumverhalten rabiat zu verändern (S. 1393). Er will den Appell hören, dass wir die Sünde begehen sollen, dem bisher unantastbaren <em>American Way of Life</em> zu entsagen oder ihn zu verteufeln. Wir sollen deutlich gesagt bekommen, dass wir verschwenderisch leben, dass wir sorglos mit unseren Ressourcen umgehen, dass unsere Lebensweise rücksichtslos ist und zu Ungerechtigkeit führt.<br />
Orr teilt offensichtlich nicht den Optimismus, den manche aus dem <a href="http://www.ipcc.ch/">vierten Sachstandsbericht des IPCC</a> herauslesen wollen (S. 1394). Er vernimmt Untertreibungen, wodurch in der Öffentlichkeit Glaubwürdigkeit erzeugt werden soll. Der Einsatz einer verkürzten Darstellung von Realität, ein Pseudo-Realismus soll aktivierend wirken. Die Realität, die er meint, ist, dass der Klimawandel lediglich ein Syndrom des umfassenderen Problemkomplexes des <em>Global Change</em> darstellt (S. 1394):</p>
<blockquote><p>„<em>Climate roulette is part of a larger equation of exploitation of people and nature, violence, inequity, imperialism, and intergenerational exploitation, the variables of which are interlocked</em>.“</p>
</blockquote>
<p>
Der Klimawandel wird seiner Meinung nach (S. 1394) nicht nur dadurch in Gang gebracht, dass wir seit der Industriellen Revolution mehr Kohlendioxid auspusten, sondern er ist eine logische Folge gesellschaftlicher Voraussetzungen, Philosophien, Weltbilder und seit langer Zeit wirkender Ungerechtigkeiten.</p>
<p>Ist David Orr ein Weltuntergangsprophet? Sicher nicht, denn sonst würde er nicht so vehement das Prinzip Hoffnung propagieren. „<em>Hoffnung […] zu haben bedeutet, eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung gepaart mit einer positiven Erwartungshaltung dahingehend zu haben, dass etwas, das dem Hoffenden wünschenswert erscheint, in der Zukunft eintritt, ohne dass wirkliche Gewissheit darüber besteht. […] Hoffnung ist die umfassende emotionale und unter Umständen handlungsleitende Ausrichtung des Menschen auf Zukunft</em>“ (aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hoffnung">Wikipedia</a>). Es ist auch schwer vorstellbar, dass ein Weltuntergangsprophet Bücher schreibt, wie diese: &#8220;<a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&#038;tid=10946"><em>Design on the Edge. The Making of a High-Performance Building</em></a>&#8221; und &#8220;<a href="http://www.oup.com/uk/catalogue/?ci=9780195173680"><em>The Nature of Design. Ecology, Culture, and Human Intention</em>&#8220;</a><br />
Orr glaubt aber nicht an den Erfolg kleiner gradueller Veränderungen (S. 1394). Das könnte zu wenig sein. Ihm reicht es auch nicht das Klima schützen zu wollen, sondern er will die Menschheit und mit ihr die nicht-menschlichen Lebewesen vor ihrem Untergang bewahren. Er will mehr Lebensqualität, sinnvolleren Konsum, besseres Essen, mehr Fahrradwege, weniger Autobahnen und unattraktive Verstädterung (S. 1395). Orr will kein Paradies auf Erden, er scheint auch nicht daran zu glauben. Dennoch hat er ziemlich konkrete und elaborierte Vorstellungen über wünschenswerte Zukünfte. Er scheint ein Getriebener zu sein auf der Suche nach Antworten, wie diese wünschenswerten Zukünfte aussehen könnten - dafür sollten wir ihn bewundern und ihm zuhören. Optimismus scheint ihm dabei nicht das geeignete Stimulans zu sein, sondern Hoffnung.</p>
<p>Beim Nachdenken über Orr’s angemessene Reaktion auf die Herausforderungen des <em>Global Change</em>, gerät das Prinzip Optimismus zunehmend ins Zwielicht: Optimismus scheint gerade zu als Narkotikum wirksam zu sein, so dass das Pferd nicht daran zweifelt, der Möhre hinterher zu laufen. Die postindustrielle Konsumgesellschaft benötigt optimistische Menschen, denn Optimisten glauben, dass sie in der bestmöglichen Welt leben und alles darauf hinausläuft besser zu werden. Optimisten würden auch giftiges Spielzeug kaufen, weil sie es für unwahrscheinlich halten, dass das Spielzeug, das sie kaufen, giftig sein könnte, oder weil sie glauben, dass das Gift bei ihnen nicht wirksam wird. Optimisten glauben gerne den Menschen, die sagen dass das Gift kein Gift ist, jedenfalls nicht in jener Dosis. Eventuell würden sie dieses Spielzeug nicht kaufen, sondern ein anderes, oder eine Zeit lang mit dem Kauf warten. Sie würden dies aber nicht ernsthaft überdenken, oder versuchen zu ergründen, wie es dazu kommt, dass giftiges Spielzeug auf den Markt kommt. Pessimistische Menschen würden sich dazu entschließen gar kein Spielzeug mehr zu kaufen; ob sie es tatsächlich nicht kaufen, bleibt offen. Jedenfalls ist giftiges Spielzeug für sie ein weiteres Zeichen einer unverbesserlich schlechten und verdorbenen Welt. Pessimisten kaufen wahrscheinlich nicht über ihre Verhältnisse ein, sie nehmen auch weniger Kredite auf. Pessimisten gelten in einer Konsumgesellschaft als Spaßverderber. Optimisten finden sich schneller mit den Gegebenheiten ab. Klappt es mal nicht so, wie sie wollen, dann neigen sie dazu, den Fehler entweder ins Diffuse zu externalisieren, oder ihn bei sich zu suchen, freilich ohne ihren Optimismus zu verlieren und den Vorsatz zu treffen, es beim nächsten Mal besser zu machen. Ob sie es tatsächlich besser machen, bleibt offen.<br />
In einer Gesellschaft, in der Spaltungen und Fragmentierungen immer stärker zu Tage treten, in der immer mehr sinnlose, nutzlose, minderwertige und schädliche Güter angeboten werden, sind Optimisten (und solche, die es gerne sein wollen) dankbare Empfänger optimistischer Botschaften. In der Tat hat Optimismus auch positive Effekte. In bestimmten Situationen ist Pessimismus die weitaus ineffizientere und ungünstigere Alternative. Wir müssen auch nicht annehmen, dass der Mensch von Grund auf für Optimismus empfänglich ist, dass er also mit unangenehmen Wahrheiten nicht angemessen umgehen kann, wie Orr behauptet (S. 1393). Gleichwohl können wir nicht von jedem Menschen ein solches Problembewusstsein, eine Antizipationsfähigkeit und die Fähigkeiten erwarten, wie sie bei Orr zum Ausdruck kommen (vgl hierzu auch Knight, R. L.: <em>To Save the Earth or to Save a Watershed: Optimism versus Hope</em>, in: <em>Conservation Biology</em> 21, No. 6, 1397-1398). Was aber nicht bedeutet, dass viele Menschen angesichts der Unübersichtlichkeit und Komplexität der Probleme in einem prinzipiellen Optimismus Zuflucht suchen. Aber genau gegen diese universalistische, von Situationen entbundene prinzipielle Form des Optimismus richtet sich diese Kritik. Universaloptimisten sind Blender und Geblendete, sie sind leicht zu überzeugen, unkritisch und neigen dazu, Risiken zu unterschätzen. Optimismus als Prinzip zu verbreiten, ist eine wirksame Strategie Unzufriedenheit zu domestizieren, Sicherheit zu vermitteln, Herausforderungen klein zu reden, Zeit zu gewinnen, um durch nicht relevantes Tun oder gefällige, scheinheilige und widersprüchliche Rhetorik Fehler zu vermeiden und von fehlerhaftem Verhalten abzulenken. Solch ein Universaloptimismus ist in hohem Maße konservativ, verfestigt bestehende Strukturen und ist die Politur einer Ökonomie der Illusionen, der Ablenkungen und Kompensationen.</p>
<p>Dieser Optimismus ist kaum geeignet als humanökologische Norm wirksam zu werden. Laut Orr ist Hoffnung angebracht. Denn Hoffnung benötigt Wahrheit, Reflexionsvermögen, Kritikfähigkeit. Hoffnung impliziert sinnvolle Handlungsentwürfe.<br />
In einer von Universaloptimismus narkotisierten Gesellschaft hat aktivierende Hoffnung jedoch wenig Zugkraft. In der Tat findet sozusagen ein Tauziehen statt. Um zu hoffen, muss eine Situation gegeben sein, die mindestens als riskant oder unangenehm wahrgenommen werden kann. Hoffnungsvoll wird ein Risiko ernst genommen, im Optimismus wird Risiko verdrängt oder hingenommen. Dass etwas Zukünftiges wünschenswert erscheint, impliziert dass das Gegenwärtige nicht das Bestmögliche ist. In einer suboptimalen Situation, die nicht hoffnungslos ist, kann auch Optimismus zu einem Motivationsfaktor für verantwortungsvolles, selbstbewusstes und selbstreflektiertes Handeln werden.<br />
Bei bestimmten Themen, wie z.B. dem Klimawandel, müssen aber diejenigen, die uns über Risiken und Gefahren aufklären wollen, es sich gefallen lassen von Universaloptimisten als Pessimisten oder Weltuntergangspropheten und ähnliches verunglimpft zu werden. Optimisten glauben prinzipiell, dass die Umstände förderlich und optimal sind, denn wäre es nicht so, dann hätten sie keine Rechtfertigung für ihren Optimismus. Ihnen bietet sich in der Auseinandersetzung mit denen, die sie als Pessimisten bezeichnen, die Chance, diesen die Schuld an widrigen Umständen zu geben. Viele der negativen Meldungen, die verbreitet werden, sind für Optimisten herbeigeredete, aufgebauschte Scheinprobleme, die dazu dienen ein pessimistisches Weltbild zu verbreiten. Engagierte Berufsoptimisten reagieren mit einem gegenaufklärerischen Reflex, um gegen die von ihnen sogenannte Verdummung der Massen anzukämpfen. Wenn wir bei diesem Reflex überhaupt von einer wissenschaftstheoretischen Fundierung sprechen können, dann liegt hier eine triebhafte Vergewaltigung der Spielarten des Konstruktivismus vor, eine pseudowissenschaftliche Variante feuilletonistischen Entertainments. Auf der Strecke bleibt eine sachliche Auseinandersetzung und eine angemessene Wahrnehmung und Bewertung von Phänomenen wie dem Klimawandel, Artensterben, Dürrekatastrophen sowie Gift im Spielzeug usw.. Erheben die Mahner zudem explizit Ansprüche auf Wahrheit, wie z.B. Orr in seinem Beitrag, werden sie besonders angreifbar.<br />
In einem <a href="http://www.cicero.de/259.php?kol_id=10190">Beitrag von Wolfram Weimer in der Zeitschrift Cicero („<em>Wahn-Sinn!</em>“</a>, Ausgabe April 2006) finden wir ein Beispiel für das Vorgehen universaler Berufsoptimisten bei der Behandlung vielfältiger, komplexer Probleme. Unterschiedlichste Phänomene, wie z.B. Waldsterben, BSE, Vogelgrippe, Klimawandel, Naturkatastrophen, Hungersnöte werden als Risiken nivelliert und als Symptome einer „<em>kollektiven Panikmache</em>“, einer „<em>hysterischen Kultur</em>“, eines „<em>vulgären Alarmismus</em>“, als „<em>Katastrophismus</em>“, als ein „<em>Jahrmarkt der boulevardesken Geisterbahnfahrt</em>“, als „<em>RTLisierung der politischen Kultur</em>“ bezeichnet. Auch der Vorwurf der Bereicherung fehlt nicht: „<em>Ganze Berufsgruppen verdienen heute als ‚Lobbyisten des Negativen’ (Matthias Horx) ihr Geld – von Klimaforschern bis hin zu Standortkritikern.</em>“ Sie schaffen einen „<em>Markt für Ängste</em>“ und profitieren davon, eine „<em>Industrie der Angst</em>“, ein „<em>kommerzielles Milieu der Niedergangspropheten</em>“ installiert zu haben. Der „<em>Alarmismus</em>“ wird als eine Reaktion auf die Postmodernisierung bezeichnet. Die „<em>Eskalation der Apokalypse</em>“ dient nach der „<em>Deeskalation des Heiligen</em>“ als „<em>Ideologieersatz</em>“. Schließlich werden Komplexe angesprochen, indem der Alarmismus als deutsche Eigenart diagnostiziert wird, der angeblich den Briten völlig fremd sei. </p>
<p>Meiner Meinung nach verwechseln diese Berufsoptimisten ihren intensiven Medienkonsum mit wissenschaftlich fundierter Inhaltsanalyse, sie schalten Journalismus und Wissenschaft gleich. Weil auf der Basis ihres universalen Optimismus einfache Erklärungen geliefert werden für unübersichtliche Verhältnisse, müssten gerade sie unter Ideologieverdacht geraten. Ihre Erklärungsmuster, die auf oberflächlicher Medienanalyse basieren und Kurzschlussmeinungen darstellen, eignen sich hervorragend für die Kompensation und Verdrängung der postmodernen Unübersichtlichkeiten und Herausforderungen. Die Ursache dafür scheint eine ‚<em>shifting baseline</em>’ zu sein, die nur eine Richtung kennt: Der intensive Medienkonsum der häufig journalistisch oder populärwissenschaftlich tätigen Berufsoptimisten, hat dazu geführt, dass zahlreiche Phänomene, die der Flut von Nachrichten zugrunde liegen, als Normalität angesehen werden. Sie halten Klimawandel, Naturkatastrophen, Armut, Hungersnöte für normal, weil sie ständig damit berieselt werden und die Erfahrung gemacht haben, dass sowieso nichts zu ändern ist. Aus einer Ohnmacht heraus, die sie mit Optimismus kaschieren, betreiben sie die Ironisierung aller Dinge, indem sie so vehement unangenehme Situationen und Probleme gutreden. Ihr Optimismus ist Ausdruck selbstgefälliger, verantwortungsloser, wachstumsideologisch verbrämter Hoffnungs- und Orientierungslosigkeit, die in einem pseudo-kritischen Gewand eine Aura von Souveranität ausstrahlt. Ihre Argumentation ist bei aller Eloquenz, rhetorischen Versiertheit und Stilsicherheit überaus einfach gestrickt. Meinungsmache par excellence, der Preis dafür ist Aufgabe einer angemessenen Diskussionskultur, die Abkehr vom Ideal tiefgründiger, reflektierender Bildung und die bedingungslose Unterwerfung unter ein optimistisch–neoliberales Weltbild. Berufsoptimisten halluzinieren unter dem Eindruck einer Insel der Seligen.<br />
Aus dem Dilemma des Gegensatzes von Optimismus und Pessimismus möchte Orr gerne aussteigen, indem er sich der Hoffnung zuwendet. Dies macht ihn aber keineswegs unangreifbar; Berufsoptimisten können ihn weiterhin als Teil der Jammergesellschaft stigmatisieren. Bei bestimmten Themen wird Hoffnung als verquer betrachtet, gerade weil sie Rechtfertigung und Begründung benötigt. Optimismus dagegen braucht hier keine Rechtfertigung und ist auch nicht angewiesen auf das Nachdenken über die Gründe für den Optimismus, eine optimistische Haltung ist bequem, angenehm und verkaufsfördernd. Optimismus kann uns die Illusion eines Lebens in Behaglichkeit und Sicherheit vermitteln. Eine Illusion aber kann auch Ausdruck dafür sein, dass Hoffnung nicht berechtigt ist.<br />
Vielleicht ist es angebrachter im Stillen zu hoffen und sich entsprechend zu verhalten. Aber Hoffnung, gerade angesichts des Klimawandels und anderer Gefahren für die Zukunft der Menschheit will und soll verbreitet werden. David Orr muss wohl damit leben, sich die Frage gefallen zu lassen ob er ein Weltuntergangsprophet ist, und er muss damit leben, dass viele Leute meinen er hält überwiegend „negative Vorträge“.</p>
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		<title>Internet der Zukunft - Tomorrow&#8217;s Internet</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Nov 2007 00:17:48 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie das Internet von morgen aussieht? Eine Szene habe ich genau vor Augen. Von einem Spaziergang zurückgekommen, betrete ich das Zimmer. Ich drücke auf den Schalter neben der Tür, der Wandschirm beginnt ein warmes-orangenes Licht in den Raum auszustrahlen. Die Jalousien fahren lautlos nach oben, was den Ausblick auf die Skyline eröffnet. Ein schöner Blick, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie das Internet von morgen aussieht? Eine Szene habe ich genau vor Augen. Von einem Spaziergang zurückgekommen, betrete ich das Zimmer. Ich drücke auf den Schalter neben der Tür, der Wandschirm beginnt ein warmes-orangenes Licht in den Raum auszustrahlen. Die Jalousien fahren lautlos nach oben, was den Ausblick auf die Skyline eröffnet. Ein schöner Blick, aber die Aufmerksamkeit richtet sich auf das rote Blinklicht auf dem Nachttisch. Die Fernbedienung - wahrscheinlich würde sie gleich anfangen zu piepen. Das ist in Hotelzimmern immer so. Ohne zu zögern drücke ich auf On.<br />
Auf dem Wandschirm beginnt das Intro, ein Vorspann mit technischen Informationen (des Betreibers, des Herstellers, des Provider usw.). Das Bild entspricht (jetzt noch) in etwa der Größe der letzten noch erhältlichen Fernsehgeräte. Schnell ist fertig geladen und der Snapshot des Browserfensters erscheint. Ich setze mich in einen Sessel. Ein Feld wird aufgeblendet, und ich muss meine Kennziffer und den Hotelzimmercode eingeben. Dann öffnet sich die Auswahl: zwei Spalten mit bunt animierten Menüpunkten, im Hintergrund gelb-orange-rot wabernde Lichtnebel. Wenn ich nicht innerhalb von fünf Minuten auf einen Menüpunkt klicken würde, wird das Menü verschwinden und ich hätte für die Nacht nur die wabernden Lichtnebel. Sicher gibt es hier aber noch schönere Visuals.<br />
Links oben im Menü die Informationskabel: Class 1-Information zwölf Euro die Stunde. Nicht schlecht, war hier aber zu erwarten. Bei Infos sind die Preise regional doch ziemlich unterschiedlich. Class 2-Infos acht Euro, Class 3 sechs, Class 4 vier Euro. Class 5-Infos, das sind News, Tagespresse, Magazine, kosten zwei Euro die Stunde. Fernsehen kostet ein bis fünf Euro die Stunde. Das Preview-Fenster öffnet sich: Movies on Demand, Fiction, Non-Fiction, TV-Shows. Für Kinder gibt es kein Channel; es ist hier ja kein Familienhotel. Die Musikkanäle kosten 50 Cent pro Stunde, die Auswahl ist auch gut. Das ist meistens so in den Design-Hotels. Genauso wie die Art-Channels; wegen deren Zusammenstellung übernachten manche Leute ausschließlich in Design-Hotels. Eine Auswahl guter Seiten über Kunst, Künstler, Design usw. Manche Hotels haben schon Preise für die Zusammenstellung und Animation ihrer Bookmarklists bekommen. Meist sind diese Kanäle im Hotelangebot inbegriffen. Irgendwas kriegt man immer umsonst, wenn man Online im voraus bucht. Auf Erotik verzichten sie hier auch nicht, für 25 Euro die Stunde. Teuer, aber für Abonnnement-Kunden ist es prinzipiell günstiger. Man bekommt für die Zeit, die man bei den Abo-Channels online ist, Zeit gutgeschrieben, je nachdem, von welchem Ort man seine Seiten öffnet. Ich habe nur zwei Abonnements: für Class 5-Infos und ein paar Kanäle vom Class 1-Infokabel. Die letzteren kann ich steuerlich absetzen. Games kosten zwei bis zehn Euro die Stunde; das interessiert mich bis heute nicht, genauso wenig wie Gamblings (auch 25 Euro die Stunde). Die Mobility-Pages kosten immer und überall dasselbe. Ich darf auch nicht vergessen noch bei der Bahn zu schauen; vielleicht schaffe ich morgen schon einen Zug vor 12 Uhr. Tatsächlich klicke ich auf das Journal-Stadtmagazin. Vielleicht gibt&#8217; s irgendwo doch noch etwas Interessantes. Außerdem kann man dort oft Free-Access gewinnen; meist reicht es für gute Musik bis zum Morgen. Das Journal kostet 20 Cent die Stunde. Was noch umsonst ist? Nun, die Werbekabel, die Hotelseite und &#8230;. Die Freenet-Kabel, also viele Blogs, Tumblers, Privates usw., die sind in Hotels aber sowieso gesperrt. Wenn nicht, das wäre ein Wunder, zu viele Störungen und Dissies [Diseases - Anm. d. Verf.]. Eine URL eingeben kostet hier ein Euro. Die Suchmaschinen kosten auch etwa ein Euro. Es bringt aber nichts in Hotels von Beginn an was zu suchen, weil die meisten Seiten ja gesperrt sind. Darüber hinaus haben die Channels ihre eigenen Suchmaschinen.<br />
Ich denke, ich gehe wirklich noch mal raus aus dem Hotel, oder wenigstens in die Bar. Das Hotel, in dem ich untergebracht bin, gehört zu keiner Kette, nennen wir es mal Flaneur-In. So heißt auch die Bar.</p>
<p>Ich habe noch eine zweite Szene vor Augen. Ich stelle im Hotelzimmer meinen Pocket-PC (kurz PC) auf den Nachttisch, schalte den Beamer an und richte das Bild auf dem Wandschirm aus. Im Prinzip sehe ich dann das gleiche Bild. Diese Szene ist jedoch teurer, denn ich muss den PC in die Steckdose stecken, und der Strom in Hotels ist ziemlich teuer.</p>
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		<title>Cool!Klimawandel und Klimawandeldebatte (Teil 5)</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2007 10:20:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mawerner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

		<category><![CDATA[Kliwa-Vermischtes]]></category>

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Gesehen bei Folklore 007 im Kulturpark, Schlachthof Wiesbaden am 26.08.2007. Vielen Dank und viele Grüße an den mir unbekannten Träger des T-Shirts.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.space-buero.de/blogbilder/klimadiskusstshirt.gif" alt="Klimawandeldiskussion" border="1" /></p>
<p><font size="-2">Gesehen bei <a href="http://www.folkloreimgarten.de/">Folklore 007</a> im Kulturpark, <a href="http://www.schlachthof-wiesbaden.de/">Schlachthof Wiesbaden</a> am 26.08.2007. Vielen Dank und viele Grüße an den mir unbekannten Träger des T-Shirts.</font></p>
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		<title>Nordwestpassage - freie Fahrt</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Sep 2007 10:23:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mawerner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Global Change]]></category>

		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 10. August 2007 meldeten die Klimawissenschaftler vom realclimate-Blog (hier), dass die Ausdehnung des arktischen Meereises bereits im August ein Minimum erreicht hatte, das vorher noch nie beobachtet worden war. Üblicherweise erreicht die Ausdehnung ihr jährliches Minimum erst im September eines Jahres (vgl. auch Cryosphere Today oder National Snow and Ice Data Center).

So ist es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 10. August 2007 meldeten die Klimawissenschaftler vom realclimate-Blog (<a href="http://www.realclimate.org/index.php/archives/2007/08/arctic-sea-ice-watch/">hier</a>), dass die Ausdehnung des arktischen Meereises bereits im August ein Minimum erreicht hatte, das vorher noch nie beobachtet worden war. Üblicherweise erreicht die Ausdehnung ihr jährliches Minimum erst im September eines Jahres (vgl. auch <a href="http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryosphere/"><em>Cryosphere Today</em></a> oder <a href="http://nsidc.org/data/seaice_index/"><em>National Snow and Ice Data Center</em></a>).
</p>
<p>So ist es denn auch nicht wirklich überraschend (es wurde ja in den Medien vielfach angekündigt), dass die Nordwestpassage nun offen, d.h. eisfrei ist (vgl. die entsprechende <a href="http://www.esa.int/esaEO/SEMYTC13J6F_index_0.html">Meldung mit Bild der <em>European Space Agency</em>, ESA</a>; siehe z.B. <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,505951,00.html">Spiegel-Online vom 15.09.2007</a> &#8220;<em>Dramatische Arktis-Schmelze. Nordwestpassage komplett eisfrei</em>&#8221; oder <a href="http://www.taz.de/index.php?id=start&#038;art=4720&#038;id=umwelt-artikel&#038;src=SZ&#038;cHash=866717baf2">taz.de vom 16.09.2007</a>: &#8220;<em>Klimawandel: Nordwestpassage ohne Eis</em>&#8220;).</p>
<p>Die Satellitenbilder, die zeigen, dass die Nordwestpassage eisfrei ist, sind Ikonen einer sich wandelnden Welt. <span id="more-67"></span>Nicht nur, weil der Rückgang des arktischen Meereises symptomatisch für die globale Klimaerwärmung ist, und weil dort die Folgen besonders deutlich in Erscheinung treten. Neuralgisch ist auch, dass die geringere Meereisausdehnung selbst wieder zur Klimaerwärmung beiträgt, weil die dunkle Meeresoberfläche mehr Sonnenstrahlung absorbiert als eine Eisoberfläche (ein positiver Rückkopplungseffekt). Forscher rechnen damit, dass das Nordpolarmeer in den nächsten 40 bis 100 Jahren während der Sommermonate komplett eisfrei sein wird.</p>
<p>Die symbolische Bedeutung der Nordwestpassage entspringt auch einer Faszination, die allgemein von Meeresstraßen ausgeht. Der portugiesische Weltumsegler Fernando Magellan entdeckte 1520 einen Seeweg, der um Südamerika herum nach Asien führte. Danach spekulierten Geographen und Seefahrer über eine mögliche Route im Norden Amerikas. Die seefahrenden Nationen suchten mehr als 400 Jahre lang nach einer Durchfahrt im Nordpolarmeer (Informationen z.B. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nordwestpassage">bei Wikipedia</a>). Auch James Cook suchte auf seiner letzten Pazifikreise (1776-1779) die Nordwestpassage. Die erste Durchquerung gelang erst Roald Amundsen in den Jahren 1903 bis 1906. Amundsen und sein Team mussten also zwei Mal überwintern. Der norwegische Polarforscher Amundsen  (Informationen über den norwegischen Polarforscher Amundsen, der am 14. Dezember 1911 mit vier Begleitern als erster Mensch den Südpol erreichte, in einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roald_Amundsen">lesenswerten Artikel von Wikipedia</a>). Erstmals ohne Überwinterung durchquerte 1944 H. A. Larsen den Seeweg. Der erste Tanker, der die Nordwestpassage bewältigte, war das zum Eisbrecher umgebaute US-amerikanische Schiff SS Manhattan. Die Durchquerung dauerte etwa vier Wochen. Das erste Kreuzfahrtschiff, die World Discoverer, durchfuhr die Passage im Jahr 1985.</p>
<p>Die Nordwestpassage hat auch eine ökonomische Bedeutung. Der Seeweg zwischen Europa und Asien (Rotterdam–Tokio) verkürzt sich erheblich: 23.300 km sind es durch den Panama-Kanal. Die Route durch den Suez-Kanal beträgt 21.100 km, der neue Weg durch die Nordwestpassage hätte eine Länge von 15.900 km. Im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 18.09.2007, S. 13 (&#8221;<em>Die Nordwestpassage wird langfristig angesteuert</em>&#8220;) findet sich ein anderes Beispiel: Die Strecke von Hamburg nach Schanghai ist 25.500 km lang, durch den Suezkanal 20.000 km. Durch die Nordwestpassage sind es lediglich 17.000 km. 3.000 km weniger! Bei voller Fahrt spart ein mittelgroßes Containerschiff 3,5 Tage Fahrtzeit - bei Tagescharter-Raten von 20.000 bis 50.000 Dollar eine beachtliche Ersparnis. Jetzt also freie Fahrt durch die Nordwestpassage? Aber der Beitrag in der FAZ nimmt erstmal den Wind aus den Segeln und lässt Umweltschützer noch einmal Luft holen: Die Direktverbindung sei wirtschaftlich gar nicht so interessant, denn bei einer Fahrt durch den Suezkanal können zahlreiche Häfen mehr angelaufen werden. Außerdem müsse ein Liniendienst das ganze Jahr reibungslos funktionieren. Die Nordwestpassage wird auch in den nächsten Jahren allenfalls für ein paar Monate eisfrei sein. Und selbst in der eisfreien Zeit wird die Assistenz eines Eisbrechers notwendig sein - erhebliche zusätzliche Kosten pro Tag. Die Schiffe müssen für die Durchquerung gerüstet sein und wegen des Treibeises auch deutlich langsamer fahren (sonst droht der &#8220;Titanic-Effekt&#8221;). Fazit: In den nächsten fünf bis zehn Jahren ist die Nordwestpassage für Reedereien nicht interessant.<br />
Dennoch: die wirtschaftliche Erschließung der Nordwestpassage wird vorbereitet. Geplant ist die Schaffung einer Service- und Sicherheits-Infrastruktur für den Tankerverkehr. Auch der Ausbau der zentral gelegenen Inuit-Siedlung Qausuittuq an der Resolute Bay zum Tiefwasserhafen wird erwogen. Insbesondere für Tanker sowie Frachter mit Massengut, die mit der kompletten Ladung von einem Hafen zum anderen fahren, ist die Nordwestpassage interessant.</p>
<p>Die Nordwestpassage wird auch wegen ihrer geopolitischen Bedeutung weiterhin angemessene mediale Resonanz erhalten. Bereits ihr Besitz ist umstritten: Kanada beansprucht den Seeweg für sich, die USA sehen ihn als internationales Gewässer an. Mit einem groß angelegten zwölftägigen See- und Bodenmanöver hat Kanada im August 2006 seinen Anspruch auf die Arktis bekräftigt. Die Übung galt als Geste gegenüber Dänemark, mit dem sich Kanada über die arktische Insel Hans vor der Westküste Grönlands streitet. Die Kontrolle über diese Insel hat für die Nordwestpassage eine strategische Bedeutung.<br />
Die Erschließung der enormen Bodenschätze in den entlegenen Gewässern Nordkanadas war bisher mit zu hohen Gefahren und Kosten verbunden oder schier unmöglich. Das ändert sich durch den Rückgang des arktischen Meereises. Auch Russland beansprucht einen nicht unerheblichen Teil. Eine russische Forschungsexpedition will vor kurzem entdeckt haben, dass der unter Wasser liegende Lomonossow-Gebirgsrücken (siehe z.B. den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lomonossow-R%C3%BCcken">Artikel in Wikipedia</a>) eine direkte Fortsetzung der sibirischen Festlandsplatte darstellt. Daraufhin wurde in den russischen Medien das Territorium Russlands auf einer Landkarte neu gezeichnet. Allerdings könnte auch Kanada behaupten, dass der Lomonossow-Gebirgszug Teil des kanadischen Schelfs sei. Dies würde bedeuten, dass Russland zu Kanada gehört (vgl. <a href="http://www.orf.at/070628-13855/?href=http%3A%2F%2Fwww.orf.at%2F070628-13855%2F7939txt_story.html">Nachrichten bei ORF.at</a> vom 26.09.2007). Auch Dänemark hätte Ansprüche auf das Gebiet, wenn sie beweisen könnten, dass der Lomonossow-Rücken eine Erweiterung Grönlands sei. In jedem Falle ist die Kartierung des Meeresbodens im Nordpolarmeer im vollen Gange. Bizarr, wie sehr die untermeerische physische Geographie die Politik beflügeln kann, als ob alle Staatsgrenzen dieser Erde entlang linearer physisch-geographisch Strukturen verlaufen.<br />
Anfang August tauchten russische Forscher in zwei Mini-U-Booten unter den Nordpol und verankerten dort eine Nationalfahne aus Titan. Deutliche Zeichen, die Mini-U-Boote hießen &#8220;Mir 1&#8243; und &#8220;Mir 2&#8243;, und aus Titan ist auch das 40 m hohe Denkmal des russischen Nationalhelden Jurij A. Gagarin in Moskau (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Juri_Alexejewitsch_Gagarin">Bild bei Wikipedia</a>). Wir erinnern uns: &#8220;Mir&#8221; hieß auch die von der Sojetunion erbaute Raumstation, die sich von 1986 bis 2001 in einer Umlaufbahn um die Erde befand. Und Jurij M. Gagarin (1934-1968), der sowjetische Kosmonaut, ist am 12. April 1961 mit dem Raumschiff Wostok 1 der erste Mensch im Weltraum gewesen<br />
Kein Wunder, dass Norwegen Angst bekommt. Der Oberbefehlshaber der norwegischen Streitkräfte, Sverre Diesen, schreibt in einem (Nicht-mehr-)Geheimbericht, dass der Kampf um Fischressourcen, Öl und Gas im Nordpolarmeer zu einer Herausforderung Norwegens gegenüber der militärischen Großmacht Russlands werden könne. Weiter bezweifelt er, dass Norwegen im Falle eines Konfliktes mit Russland auf die Hilfe der Nato rechnen könne (vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 223 vom 25.09.2007, S. 2, &#8220;<em>Norwegens Militär zweifelt an Nato-Hilfe gegen Russland</em>&#8220;).<br />
Nun überrascht es uns auch nicht mehr, dass der Spiegel am 24.09.2007 mit dem Titel aufwartet: &#8220;<em>Das Himmelfahrtskommando. Vor 50 Jahren begann der Wettlauf im Weltraum</em>&#8220;, beigefügt eine Spiegel TV-DVD &#8220;<em>Die Eroberung des Alls. Der Kalte Krieg um die Vorherrschaft im Kosmos</em>&#8220;.</p>
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		<title>Cool bleiben!Klimawandel und Klimawandeldebatte (Teil 4)</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Sep 2007 18:50:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mawerner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

		<category><![CDATA[Kliwa-Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Zeitschrift Universitas (9/2007) setzt sich der Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (mal wieder) mit den Klimaskeptikern auseinander. Im Clinch mit dem thermophilen Biologen Josef Reichholf, dem Überlehrer Ernst-Georg Beck, dem Autofreak Christian Bartsch und dem geläuterten Alt-68er Dirk Maxeiner (vgl. &#8220;Do you want to be cool?&#8220;Teil 1 im Space-Büro-Blog), bleibt Zeit, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Zeitschrift <a href="http://www.hirzel.de/universitas/">Universitas</a> (9/2007) setzt sich der Klimaforscher <a href="http://www.pik-potsdam.de/~stefan/">Stefan Rahmstorf</a> vom <a href="http://www.pik-potsdam.de/">Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung</a> (mal wieder) mit den Klimaskeptikern auseinander. Im Clinch mit dem thermophilen Biologen Josef Reichholf, dem Überlehrer Ernst-Georg Beck, dem Autofreak Christian Bartsch und dem geläuterten Alt-68er Dirk Maxeiner (vgl. &#8220;<em><a href="http://space-buero.de/cgi-bin/weblog_basic/index.php?p=60">Do you want to be cool?</a></em>&#8220;Teil 1 im Space-Büro-Blog), bleibt Zeit, uns auch aufzuklären über die Person Fred Singer (er hatte seinen Auftritt in der RTL-Dokumentation &#8220;<em>Der Klimaschwindel</em>&#8220;) und über die Umfrage der Klimaforscher Dennis Bray und <a href="http://coast.gkss.de/staff/storch/">Hans von Storch</a>. Das Ergebnis dieser Umfrage war, dass lediglich die Hälfte der Klimatologen den menschlichen Einfluss auf das Klima für belegt halten. Bei dieser Umfrage gab es aber keine Kontrolle, ob die Teilnehmer überhaupt Klimatologen waren. Laut Rahmstorf (ebd., S. 902) konnte jeder, der das Passwort kannte, im Internet den Fragebogen ausfüllen. In den Netzwerken der Klimaskeptiker sei das Passwort verbreitet worden und zur massenhaften Teilnahme aufgerufen (vgl. auch die Kommentare zum <a href="http://blogs.nature.com/climatefeedback/2007/08/climate_scientists_views_on_cl_1.html">Beitrag von von Storch, H. &#038; D. Bray &#8220;<em>Climate scientists&#8217; views on climate change: a survey</em>&#8221; in Climate Feedback - The Climate Change Blog</a> vom 9. August 2007). Die Ergebnisse seien daher wertlos und ihre Publikation wurde von mindestens zwei Fachzeitschriften abgelehnt. Schließlich wird noch ein Beitrag von Wolf Lotter in der Zeitschrift <a href="http://www.brandeins.de/home/index.asp">brand eins</a> kommentiert, sowie der Beitrag von Matthias Horx in der Welt, mit dem sich der Trendprophet in die Riege der Klimaskeptiker katapultierte.</p>
<p><u>Hier die Links, um diese Diskussion zu verfolgen:</u></p>
<p />
<p>Rahmstorf, S. (2007): <em>Alles nur Klimahysterie?</em> In: Universitas (9/2007) oder auf den Seiten von S. Rahmstorf beim PIK (<a href="http://www.pik-potsdam.de/~stefan/">hier</a>, siehe auch: &#8220;<em>Deutsche Medien betreiben Desinformation</em>&#8221; bei FAZ.Net, vom 31.08.2007; <a href="http://www.faz.net/s/RubC5406E1142284FB6BB79CE581A20766E/Doc~EC099321135B34E6C82F4BF639A779CCE~ATpl~Ecommon~Scontent.html">hier</a>)</p>
<p>Bartsch, C.; G. Ederer; M. Horx; W. Lotter; D. Maxeiner, J. Reichholf &#038; W. Weimer: &#8220;<em>Die Klimaskeptiker antworten. Wir müssen Urängste relativieren</em>&#8220;. In: FAZ, Nr. 206 vom 05.09.2007, S. 35; <a href="http://www.faz.net/s/RubC5406E1142284FB6BB79CE581A20766E/Doc~EAE5A892E63B34A00A0D89F0186EA3247~ATpl~Ecommon~Scontent.html">hier</a>.</p>
<p>Rahmstorf, S. (2007): &#8220;<em>Antwort auf die Replik von Bartsch, Ederer, Horx, Lotter, Maxeiner, Reichholf und Weimer in der FAZ</em>&#8220;; <a href="http://www.pik-potsdam.de/~stefan/">hier</a>.</p>
<p>Seite mit Richtigstellungen der Klimaskeptiker im Weblog &#8216;<em>Die Achse des Guten</em>&#8216;; <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/spotlight/klimakontroverse_herr_rahmstorf_bastelt_sich_eine_verschwoerung/">hier</a>.</p>
<p>Fuhr, E.: &#8220;<em>Der heilige Krieg der Klimaskeptiker</em>&#8220;. Welt-Online am 05.09.2007; <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article1160157/Der_heilige_Krieg_der_Klimaskeptiker.html">hier</a>.</p>
<p />
<p>Armborst, M.: &#8220;<em>Die Bewegung der Klimaskeptiker formiert sich</em>&#8220;. Welt-Online am 05.09.2007; <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article1158499/Die_Bewegung_der_Klima-Skeptiker_formiert_sich.html">hier</a>.</p>
<p>Hein, J.-P. &#038; M. Becker: &#8220;<em>Streit mit Skeptikern: Die rabiaten Methoden des Klimaforschers Rahmstorf</em>&#8220;. In Spiegel-Online vom 12.09.2007; <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,505095,00.html">hier</a>.</p>
<p />
<p>Niggemeier, S.: &#8220;<em>Wollt ihr den totalen Widerspruch</em>&#8220;. Im <em>Stefan Niggemeier. Medienjournalist</em>-Blog vom 04.09.2007; <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/wollt-ihr-den-totalen-widerspruch/">hier</a>  am 16.09. schon mit weit über 300 Kommentaren).</p>
<p />
<p>Werning, H.: &#8220;<em>&#8216;Klimahysterie&#8217;: Dschihad in der FAZ</em>&#8220;. Im Taz-Blog <em>Reptilienfond</em> vom 16.09.2007; <a href="http://taz.de/blogs/reptilienfonds/2007/09/16/klimahysterie-dschihad-in-der-faz">hier</a>.</p>
<p />
<p>Pötter, B.: &#8220;<em>Sturm über dem Elfenbeinturm. Die Kluft zwischen Wissenschaft und Medien ist tief beim Klimawandel</em>&#8220;. In: Taz.de vom 17.09.2007; <a href="http://www.taz.de/index.php?id=debatte&#038;art=4717&#038;id=kommentar-artikel&#038;src=ST&#038;cHash=1137d774a0">hier</a>.</p>
<p><u>Hier die Links zu den von S. Rahmstorf erwähnten Beiträgen der Klimaskeptiker</u> (sofern sie nicht bereits in &#8220;<em><a href="http://space-buero.de/cgi-bin/weblog_basic/index.php?p=60">Do you want to be cool?</a></em>&#8221; in diesem Weblog erwähnt sind):</p>
<p>Horx, M.: &#8220;<em>Warum ich nicht an die Klimakatastrophe glaube</em>&#8220;. In: Welt-Online, 13.03.2007; <a href="http://www.welt.de/politik/article759237/Warum_ich_nicht_an_die_Klimakatastrophe_glaube.html">hier</a>.</p>
<p>Lotter, W.: &#8220;<em>Zweifel im Klimakterium. Das eigentliche Problem mit dem Weltklima ist der Verlust des Denkvermögens</em>&#8220;. In: Brand eins 03/07, S. 24-26; <a href="http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=2254&#038;MenuID=8&#038;MagID">hier</a>.</p>
<p>Reichholf, J. (2006): Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends. - S. Fischer, Frankfurt/Main.</p>
<p>Reichholf, J. (2006): Das letzte Jahrtausend. Ein historisch-ökologischer Rückblick auf die Zeit, aus der die Gegenwart kommt, S. 11-59, In: Fischer, E. P. &#038; K. Wiegandt (Hrsg.): Die Zukunft der Erde. Was verträgt unser Planet noch? - Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main.</p>
<p>Ulli Kulke (Reporter und Autor bei der Welt) darf am 05.09.2007 in Welt-Online das bereits 2002 erschienene Buch &#8220;<em>Freispruch - für CO2! Wie ein Molekül die Phantasie der Experten gleichschaltet</em>&#8221; des aus dem Fernsehen bekannten Diplom-Meteorologen Dr. Wolfgang Thüne empfehlen; <a href="http://www.welt.de/wissenschaft/article1159382/Wer_im_Treibhaus_sitzt.html">hier</a>; siehe z.B. aber auch seinen Beitrag &#8220;<em>Warum Kritiker der Horrorszenarien keine Chance haben</em>&#8221; vom 03.02.2007; <a href="http://www.welt.de/print-welt/article716423/Warum_Kritiker_der_Horrorszenarien_keine_Chance_haben.html">hier</a>.</p>
<p>Zu erwähnen ist, dass auch Dirk Maxeiner ein neues Buch auf den Markt bringt: &#8220;<em>Hurra, wir retten die Welt! Wie Politik und Medien mit der Klimaforschung umspringen</em>&#8220;, Wjs, Berlin.<br />
Ein <a href="http://www.welt.de/welt_print/article1167750/Intolerantes_Klima.html">Vorabdruck &#8220;<em>Intolerantes Klima</em>&#8220;</a> konnte Maxeiner in der Welt, am 08.09.2007 unterbringen. In diesem Zusammenhang freut er sich über die Offensive Rahmstorfs: &#8220;<em>Mein in 14 Tagen erscheinendes Buch (siehe oben) ist dank Herrn Rahmstorf bei Amazon kurzfristig von Platz hunderttausend oder so auf Platz 2635 hochgeschnellt, obwohl es noch gar nicht zu haben ist (erst in 14 Tagen). So etwas nennt man einen klassichen Sockenschuss. Danke Stefan Rahmstorf!</em>&#8221; (aus dem Weblog <em>Die Achse des Guten vom 31.08.2007</em>, <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/spotlight/herr_rahmstorf_bastelt_sich_eine_verschwoerung/">hier</a>).</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Suchbegriff: &#8220;Biodiversität&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Sep 2007 12:44:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mawerner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[GlobCh-Biodiversität]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem kleinen Beitrag für die Zeitschrift Conservation Biology (6, 2003, S. 1475 f.) konstatieren Elliot A. Norse und James T. Carlton einen unglaublich erscheinenden &#8220;World Wide Web Buzz about Biodiversity&#8220;. Sie untersuchten die Verbreitung dieses Begriffes anhand seines Vorkommens im Internet. Sie gaben verschiedene Suchbegriffe in googlefight ein und waren wohl selbst über das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem kleinen Beitrag für die Zeitschrift <em>Conservation Biology </em>(6, 2003, S. 1475 f.) konstatieren Elliot A. Norse und James T. Carlton einen unglaublich erscheinenden &#8220;<em>World Wide Web Buzz about Biodiversity</em>&#8220;. Sie untersuchten die Verbreitung dieses Begriffes anhand seines Vorkommens im Internet. Sie gaben verschiedene Suchbegriffe in <a href="http://www.googlefight.com/">googlefight</a> ein und waren wohl selbst über das Ergebnis überrascht. 3.100.000 Treffer für &#8220;<em>biodiversity</em>&#8220;, das waren mehr als für &#8220;<em>molecular biology</em>&#8221; (1.550.000), &#8220;<em>climate Change</em>&#8221; (1.460.000), &#8220;<em>Beatles</em>&#8221; (2.800.000), &#8220;<em>George W. Bush</em>&#8221; (2.580.000).<br />
Inzwischen zählt Google für das Suchwort &#8220;<em>biodiversity</em>&#8221; 26.000.000 Treffer, für &#8220;<em>climate change</em>&#8221; jedoch 97.300.000 Treffer, für &#8220;<em>molecular biology</em>&#8221; 82.000.000, für &#8220;<em>biogeography</em>&#8221; 2.980.000 und für &#8220;<em>ecology</em>&#8221; 61.600.000.<br />
Ich habe den Versuch von Norse und Carlton wiederholt, wobei ich mich auf eine Suche auf &#8220;Seiten auf Deutsch&#8221; beschränkt habe.<br />
<u>Ergebnis:</u> &#8220;<em>Biodiversität</em>&#8220;: 867.000 und &#8220;<em>Biologische Vielfalt</em>&#8220;: 784.000 Treffer; zum Vergleich:<br />
&#8220;<em>Klimawandel</em>&#8220;: 2.720.000; &#8220;<em>Klimaerwärmung</em>&#8220;: 674.000; &#8220;<em>Molekularbiologie</em>&#8220;: 1.070.000; &#8220;<em>Ökologie</em>&#8220;: 3.110.000; &#8220;<em>Ozeanographie</em>&#8220;: 158.000; &#8220;<em>Biogeographie</em>&#8220;: 78.300; &#8220;<em>Beatles</em>&#8220;: 1.880.000; &#8220;<em>Angela Merkel</em>&#8220;: 1.950.000; &#8220;<em>Dieter Bohlen</em>&#8220;: 1.530.000</p>
<p>Ob in Deutschland von einem <em>Nation Wide Web Buzz about Biodiversity </em>gesprochen werden kann? Wenn man berücksichtigt, dass der Begriff &#8220;biologische Vielfalt&#8221; in Deutschland auch sehr verbreitet ist, bekommt man in jedem Fall eine erhebliche Anzahl von Treffern. Biodiversität scheint aber nicht (mehr) das wissenschaftliche Konzept zu sein, das anderen an &#8220;Popularität&#8221; vorauseilt.</p>
<p>Was könnten die Gründe dafür sein? <span id="more-64"></span><br />
Um zu erklären, was Biodiversität überhaupt ist, sei folgendes Buch empfohlen: &#8220;<em>Was ist Biodiversität. Erforschung, Schutz und Wert biologischer Vielfalt</em>&#8221; von dem Frankfurter Biologen Albert Streit, erschienen 2007, C. H. Beck, München (Reihe <a href="http://rsw.beck.de/RSW/shop/default.asp?sessionid=613F5B34FB144BC1861E595B16334976&#038;toc=LSW.32860">C.H.Beck Wissen</a>). Ich habe vor Jahren auch mal versucht zu erklären was Biodiversität ist (<a href="http://www.space-buero.eu/spmwprojekte.html">hier der Link zur pdf-Datei</a>).</p>
<p>Ist das Biodiversitätskonzept in Deutschland also nicht populär? Abgesehen davon, dass die Trefferquote bei Google nicht unbedingt der beste Indikator ist, diese Frage zu beurteilen, können wir prinzipiell davon ausgehen, dass Biodiversitätsforschung auch in Mitteleuropa durchgeführt wird. Das <a href="http://www.biofrankfurt.de/">Netzwerk BioFrankfurt</a> veröffentlicht seit 2006 die Biozahl (<a href="http://www.biofrankfurt.de/3.html">siehe hier</a>). 2007 untersuchten sie durch eine bundesweite Umfrage die Bekanntheit des Begriffs &#8220;Biologische Vielfalt&#8221; (Biodiversität). Das Ergebnis: 25,7%; das bedeutet 25,7% der Deutschen kennen spontan den Begriff Biodiversität.<br />
Das Ergebnis lässt sich wohl eher als unbefriedigend bezeichnen - angesichts einer globalen Biodiversitätskrise, angesichts der Verpflichtungen der Vertragsstaaten, welche  1992 die <em>Convention on Biological Diversity</em> (Informationen über die CBD gibt es beim Bundesministerium für Naturschutz, Umwelt und Reaktorsicherheit <a href="http://www.bmu.de/naturschutz_biologische_vielfalt/internationale_uebereinkommen/uebereinkommen_ueber_die_biologische_vielfalt/doc/36825.php">hier</a>) Umwelt unterzeichnet haben, und angesichts dessen, dass im Frühjahr 2008 in Bonn die <a href="http://www.naturallianz.de/un-naturschutzkonferenz.html">UN-Naturschutzkonferenz</a> stattfindet.  <br />
Vielleicht gibt es in Deutschland gar keine nennenswerte Biodiversität, so dass sich hier auch niemand für Biodiversität interessiert. Mitteleuropa ist in der Tat nicht mit einem Hotspot der Biodiversität gesegnet.<br />
Gaston &#038; David (1994) suchten nach Zentren der Artenvielfalt in Europa. Sie fanden heraus, dass sich Gegenden des nördlichen Mittelmeerraumes und v.a. der angrenzenden Gebirge (Pyrenäen, Alpen, Appenninen, Dinarisches Gebirge, Südkarpaten, Balkan) durch eine hohe Biodiversität auszeichnen. Das Mittelmeergebiet zählt auch ganz offiziell zu den Hotspots der Biodiversität der Erde. Die meisten der bisher beschriebenen Hotspots der Biodiversität befinden sich in freilich in denTropen (z.B. die tropischen Anden, Mesoamerika, die Karibischen Inseln, die Philippinen usw.) (vgl. <a href="http://www.biodiversityhotspots.org/Pages/default.aspx">http://www.biodiversityhotspots.org</a>, siehe auch Myers et al. 2000, die damals noch von 25 Hotspots ausgingen). Nun ist aber Artenvielfalt nicht das einzige Kritierum eines Hotspots der Biodiversität. Ohne näher auf diese Kriterien einzugehen, steht es innerhalb der Hotspot-Regionen um die Biodiversität gar nicht so gut. Es gibt noch weitere globale Zentren der Artenvielfalt, die sich erwartungsgemäß innerhalb der Tropen befinden, und die Myers et al. (2000, S. 857) als &#8220;<em>good news areas</em>&#8221; bezeichnet haben. Es handelt sich um sog. &#8216;<em>major wilderness areas</em>&#8216; (vgl. <a href="http://www.wcs.org/sw-high_tech_tools/landscapeecology/humanfootprint/lastofthewild">hier</a>), z.B. die Regenwälder des Amazonas-Beckens oder des Kongo.</p>
<p>Wir können aber auch versuchen festzustellen, welche Nationalstaaten sich durch eine besonders große Artenvielfalt auszeichnen. Welches sind also die sog. <em>&#8216;Megadiverse Countries</em> der Erde. Auch diese liegen im wesentlichen in den Tropen (vgl. z.B. Sarukhán &#038; Dirzo 2001): Brasilien, Indonesien, Kolumbien, Mexiko, Madagaskar usw. Die USA und v.a. auch Australien erscheinen wohl recht vorne in dieser Liste, aber europäische, geschweige denn mitteleuropäische Staaten sucht man hier vergeblich. Eine <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Megadiverse_countries">Karte der &#8216;<em>Megadiverse Countries</em>&#8216;</a> gibts bei Wikipedia. Ein Teil dieser Staaten hat sich zu den <a href="http://www.lmmc.nic.in/index.php">&#8216;<em>Link-Minded Megadiverse Countries</em>&#8216; (LMMC)</a> zusammengeschlossen.</p>
<p>Wenn wir den Betrachtungsmaßstab verändern, dann lassen sich auch innerhalb kleinerer Regionen, z.B. auf der Ebene von Nationalstaaten Zentren der Biodiversität identifizieren. Haeupler (1997) veröffentlichte Karten, in denen die Regionen Deutschlands zu sehen sind, in denen besonders viele Farn- und Blütenpflanzen vorkommen. Das ist aber nur bedingt aussagekräftig, weil die entsprechende Karte, wie Hauepler sagt (ebd., S. 130), &#8220;zum Beispiel eher die Bearbeitungsschwerpunkte und Siedlungszentren (zum Beispiel Hamburg, Berlin sowie die Arbeitsgebiete einiger besonders intensiver Kartierer)&#8221; zeigt (vgl. auch Haeupler &#038; Vogel 1999, S. 56 f.). Seiner Meinung nach ist &#8220;ein Ausdruck mit Zahlen von &#8216;Rote-Liste&#8217;-Sippen sehr viel besser geeignet, die Hotspots Deutschlands aufzuspüren. Die entsprechende Karte (ebd., S. 131) zeigt dann das untere Elbtal, das Mitteldeutsche Trockengebiet (va. das nördliche und südliche Harzvorland), die Mittelrheinebene, den Albbogen und das Alpenvorland. Es gibt sie also doch: Hotspots der Phyto- bzw. Biodiversität in Deutschland. Dann gibt es auch Biodiversität (wir möchten die folgenden Zahlen aber nicht mit den entsprechenden Zahlen bestimmter &#8216;<em>Megadiverse Countries</em>&#8216; vergleichen, man darf aber auch nicht glauben, dass dort die Pflanzenarten vorkommen, die in Deutschland anzutreffen sind): Die Flora Deutschlands umfaßt 3319 Arten von Farn- und Blütenpflanzen (Korneck et. al 1996). Haeupler (1999, S. 107) zählt 3455 Arten. Aus biologischen Gründen ist es selbst für ein Land wie Deutschland nicht einfach, die Biodiversität genau zu bestimmen. Völkl &#038; Blick (2004) untersuchten die Vielfalt der Tierarten in Deutschland: Es gibt etwa 44.787 Tierarten in Deutschland. Am artenreichsten ist die Gruppe der Insekten (33.305 spp., das sind etwa drei Viertel aller vorkommenden Tierarten). Ebenfalls artenreich ist die Gruppe der Spinnentiere (3.783 spp.) und die der Fadenwürmer (1997 spp.). Zu den Wirbeltieren gehören in Deutschland 703 Arten (davon 314 Vogelarten und 224 Arten Knochenfische). Von den bei Korneck et al. (1996) erwähnten 3319 Farn- und Gefäßpflanzenarten werden 943 Arten in der Roten Liste geführt. Bei fast einem Drittel der Arten sind die Bestände deutlich zurückgegangen (1027 spp. = 30,7 %; Kategorien 0-3, G, V). 47 Arten sind ausgestorben (= 1,4 %; Kat. 0) und 804 (= 24,2 %; Kat. 1-3) bestandsgefährdet. Weitere 168 Pflanzenarten (= 5,1 %; Kat. V) gehen mehr oder deutlich zurück, werden aber nicht in die Rote Liste aufgenommen, da sie noch nicht bundesweit gefährdet sind. <a href="http://www.bfn.de/0321_rote_liste.html">Informationen über die Roten Listen</a> finden sich beim Bundesamt für Naturschutz.</p>
<p>Auch wenn Deutschland vergleichsweise mit nicht allzuviel biologischer Vielfalt gesegnet ist, so ist sie auch hier gefährdet. Das müsste eigentlich ein gewisses Interesse an der Biodiversität in Deutschland bzw. Mitteleuropa wecken. Vielleicht kommt es aber dabei  auch gar nicht so sehr auf die Vielfalt an sich an, sondern (auch) auf das Vorkommen naturnaher für eine bestimmte Region repräsentativer Ökosysteme bzw. Landschaften. In Deutschland gibt es inzwischen 14 Nationalparke mit einer Gesamtfläche von 962.048 ha und unterschiedlichen vorrangig geschützten Lebensräumen (<a href="http://www.bfn.de/0308_nlp.html">Informationen beim BfN</a>). Hinzu kommen 14 Biosphärenreservate mit einer Gesamtfläche von 1.671.941 ha, die Bestandteil des weltweiten Netzes der <a href="http://www.unesco.org/mab/BRs.shtml">UNESCO-Biosphärenreservate</a> sind (507 Gebieten in 102 Staaten, Stand: Januar 2007) (<a href="http://www.bfn.de/0308_bios.html">Informationen beim BfN</a>). Hinzu kommen eine Vielzahl von  Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten sowie Naturparke.</p>
<p>Und, wie bereits erwähnt, Deutschland ist seit 1994 eine der 190 Vertragsparteien des Übereinkommens über Biologische Vielfalt (<em>&#8216;Convention on Biological Diversity&#8217;</em>, CBD) Das CBD ist eines der Ergebnisse der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro im Jahr 1992. </p>
<p>Das Übereinkommen hat drei übergeordnete Ziele:</p>
<ul>
<li>* die Erhaltung biologischer Vielfalt,</li>
<li>* eine nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und</li>
<li>* die gerechte Aufteilung der Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen</li>
</ul>
<p>Der Begriff &#8220;biologische Vielfalt&#8221; im Sinne des Übereinkommens umfasst drei verschiedene Ebenen:</p>
<ul>
<li>* die Vielfalt an Ökosystemen,</li>
<li>* die Artenvielfalt und</li>
<li>* die genetische Vielfalt innerhalb von Arten</li>
</ul>
<p>Im Strategischen Plan der Konvention wurde das Ziel festgelegt, bis 2010 die gegenwärtige Rate des Verlustes an biologischer Vielfalt signifikant zu reduzieren.Das Übereinkommen verpflichtet die Vertragsparteien zur Erhaltung aller Bestandteile der biologischen Vielfalt, sowohl in ihrem angestammten Lebensraum (&#8221;in situ&#8221;) als auch als unterstützende Maßnahme außerhalb des Lebensraumes (&#8221;ex situ&#8221;). Bestehende Nutzungen (z.B. Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei) sollen gemäß dem Prinzip der Nachhaltigkeit ausgestaltet, und Forschung und Ausbildung sowie Öffentlichkeitsarbeit als Instrumente zur Förderung des Übereinkommens eingesetzt werden. Umweltverträglichkeitsprüfungen sollen sicherstellen, dass die negativen Auswirkungen von Vorhaben auf die biologische Vielfalt möglichst gering bleiben. Zudem sollen positive Anreize für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt entwickelt werden.<br />
Weiterhin gibt es im Rahmen der Biodiversitätskonvention eine Reihe von thematischen Arbeitsprogrammen (Wälder, Binnengewässer, Meere und Küsten, Trockengebiete, Berge, Agrobiodiversität) und Arbeitsprogramme zu übergreifenden Themen (z.B. Schutzgebiete, nachhaltige Nutzung, Anreizmaßnahmen, invasive gebietsfremde Arten). </p>
<p>Ein sogenannter &#8220;Clearing-House Mechanismus&#8221; (CHM) dient der Verbreitung von Information und &#8220;Know-how&#8221; zur Umsetzung des Übereinkommens und stellt ein Instrument zur Verbesserung der wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit dar. Der CHM ist ein virtuelles Netzwerk aus Knotenpunkten auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene. Der deutsche CHM wird vom Bundesamt für Naturschutz verwaltet.<br />
Quelle: <a href="http://www.bmu.de/naturschutz_biologische_vielfalt/internationale_uebereinkommen/uebereinkommen_ueber_die_biologische_vielfalt/doc/36825.php">Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit</a>; sehr informativ ist auch die <a href="http://www.cbd.int/default.shtml">Internetpräsenz des Sekretariates der CBD</a>).<br />
Die Informationsplattform Clearing-House Mechanismus (CHM) Deutschland des Übereinkommens über Biologische Vielfalt findet sich <a href="http://www.biodiv-chm.de/">hier</a>, und der <em>European Community Biodiversity Clearing House Mechanism</em> <a href="http://biodiversity-chm.eea.europa.eu/">hier</a>.&#8221; </p>
<p>Nehmen wir zum Abschluss mal eine Region genauer unter die Lupe, z.B. das Rhein-Main-Gebiet, dann bekommen wir nach einer Google-Suche mit &#8220;Biodiversität, Rhein-Main&#8221; 14.200 Treffer. Darunter sticht heraus: <a href="http://www.biofrankfurt.de/">BioFrankfurt</a>, das bereits erwähnte Netzwerk für Biodiversität. Es existiert seit 2004 und ist aus dem Kompetenzverbund Biodiversität Frankfurt hervorgegangen. Die Ziele von BioFrankfurt sind,</p>
<ul>
<li>* die gesellschaftliche Bedeutung der Biodiversität stärker in das Bewusstsein von Medien und Öffentlichkeit zu rücken und die internationale Dimension zu kommunizieren, </li>
<li>* die vielfachen isolierten Anstrengungen von Einzelinstitutionen zu bündeln und durch Kooperation und Informationsaustausch einen effizienteren Erfolg zu erzielen,</li>
<li>* den Standort Frankfurt durch eine prägnantere Sichtbarkeit des hiesigen Engagements in Forschung, Schutz und Bildung für den Biodiversitätsbereich zu markieren.</li>
</ul>
<p>12 Institutionen gehören zur Zeit dem Netzwerk an: <a href="http://www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=28">Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum</a> (Sitz der Geschäftsstelle), <a href="http://www.zgf.de/frames.html">Zoologische Gesellschaft Frankfurt</a>, <a href="http://www.wwf.de/">WWF Deutschland</a>,  und Arbeitsgruppen der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, v.a. verschiedene Arbeitsgruppen des <a href="http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb15/institute/inst-1-oeko-evo-div/index.html">Institutes für Ökologie, Evolution und Diversität</a> (siehe <a href="http://www.biofrankfurt.de/2a.html">hier</a>), <a href="http://www.tropica-verde.de/">Tropica Verde e.V.</a>, <a href="http://www.zoo-frankfurt.de/">Zoo Frankfurt</a>, <a href="http://www.gtz.de/de/index.htm">Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz)</a>, <a href="http://www.palmengarten-frankfurt.de/">Palmengarten Frankfurt/Main</a>, <a href="http://www.kfw-entwicklungsbank.de/">KfW Entwicklungsbank</a>, <a href="http://www.vsw-ffm.de/">Staatliche Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland</a>, <a href="http://www.bruno-h-schubert-stiftung.de/">Bruno H. Schubert-Stiftung</a> und die <a href="http://www.bhkp-stiftung.de/">Bertha-Heraeus und Kathinka Platzhoff-Stiftung</a>.</p>
<p><small></p>
<p><u>Verwendete Literatur:</u></p>
<p>Gaston, K. J. &#038; R. David (1994): Hotspots across Europe. In: Biodiversity Letters 2, S. 108-116.</p>
<p>Haeupler, H,. (1997): Zur Phytodiversität Deutschlands: Ein Baustein zur globalen Biodiversitätsbilanz. In: Osnabrücker Naturwissenschaftliche Mitteilungen 23, S. 123-133.</p>
<p>Haeupler, H. (1999): Zur Phytodiverstiät Deutschlands, eine aktualisierte Bilanz. In: Cour. Forsch-Inst. Senckenberg 215, S. 103-109.</p>
<p>Haeupler, H. &#038; AS. Vogel (1999): Plant diversity in Germany: a second review. In: Acta Bot. Fennica 162, S. 55-58.</p>
<p>Korneck, D. et al. (1996): Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen (Pteridophyta et Spermatophyta) Deutschlands. - Schriftenreihe für Vegetationskunde 28: 21-187.</p>
<p>Myers, N.; R. A. Mittermeier; C. G. Mittermeier; G. A. B. da Fonseca &#038; J. Kent (2000): Biodiversity hotspots for conservation priorities. In: Nature 403, S. 853-858.</p>
<p>Norse, E. A. &#038; J. T. Carlton (2003): World Wide Web Buzz about Biodiversity. In: conservation Biology 17 (6), S. 1475-1476.</p>
<p>Sarukhán, J. &#038; R. Dirzo (2001): Biodiversity-Rich Countries. In: Encyclopedia of Biodiversity Vol. 1, S. 419-436. Academic Press, New York.</p>
<p>Völkl, W. &#038; T. Blick (2004): Artenvielfalt. Fauna in Deutschland. - Bundesamt für Naturschutz (Internet: <a href="http://www.bfn.de/0501_db.html">http://www.bfn.de/0501_db.html</a>)</p>
<p>Wisskirchen, R. &#038; H. Haeupler (1998): Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. - Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.<br />
</small></p>
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		</item>
		<item>
		<title>C40, WMCCC, CCP Die Städte und der Klimawandel</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Aug 2007 09:58:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mawerner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[GlobCh-Städte]]></category>

		<category><![CDATA[Global Change]]></category>

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		<description><![CDATA[Berlin, Istanbul, London, Madrid, Moskau, Paris, Rom, Warschau? Was haben diese Städte gemeinsam. Sie liegen alle in Europa und sind ziemlich groß. Stimmt, und sie arbeiten mit vielen anderen Welt- und Megastädten, z.B. New York, Los Angeles, Tokio, Addis Abeba, Lagos, Mumbai usw. zusammen in dem Netzwerk C40.
Städte, v.a. die in bestimmten Küstenregionen liegenden Städte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><small>Berlin, Istanbul, London, Madrid, Moskau, Paris, Rom, Warschau? Was haben diese Städte gemeinsam. Sie liegen alle in Europa und sind ziemlich groß. Stimmt, und sie arbeiten mit vielen anderen Welt- und Megastädten, z.B. New York, Los Angeles, Tokio, Addis Abeba, Lagos, Mumbai usw. zusammen in dem Netzwerk C40.</small></p>
<p>Städte, v.a. die in bestimmten Küstenregionen liegenden Städte sind von den Folgen des Klimawandels besonders bedroht (z.B. durch einen Anstieg des Meeresspiegels). Das bedeutet, dass einige Städte mit relativ hohen Adaptationskosten zu rechnen haben. Sie müssen sich vorbereiten auf die Schäden, die durch Überschwemmungen, Stürme, Hitzeperioden, Extremniederschläge usw. auftreten können. Im allgemeinen wird davon ausgegangen, dass solche Ereignisse im Zuge der globalen Klimaerwärmung häufiger auftreten. Zu berücksichtigen sind allerdings regionale Unterschiede.<br />
In diesem Beitrag geht es aber weniger um die Verwundbarkeit von Städten gegenüber der Klimaerwärmung und die Anpassung an diese möglichen Folgen. Vielmehr geht es um Anstrengungen von Städten zur Besänftigung des Klimawandels (<em>&#8216;mitigation</em>&#8216;).</p>
<p>Städte spielen eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der mit dem Klimawandel verbundenen Probleme. Zuvorderst kann ihnen die Schuld an der globalen Klimaerwärmung zugesprochen werden. In den Städten der Welt vollzieht sich 75% des weltweiten Energieverbrauchs, mit der Konsequenz, dass von Städten 80% der weltweiten Treibhausgase emittiert werden. Dies ist gewissermaßen durch die Physiologie der Städte bedingt, durch deren Bevölkerungszahl, die Konzentration und Organisation ökonomischer (und anderer) Aktivitäten und die ständigen Transformations- und Umbauprozesse, die in Städten stattfinden. Hinzu kommt eine strukturelle Komponente, die nicht in Einklang steht mit Effizienzanforderungen oder Richtlinien der Nachhaltigkeit. Die Morphologie der Städte ist im wesentlichen geprägt von der Grundannahme einer endlos verfügbaren und erschwinglichen Energieversorgung und einer Umwelt, die ohne Ende mit Abfallstoffen und Emissionen belastet werden kann. Bei dieser biologistischen Redeweise bleibend, können wir behaupten, dass Städte komplexen Organismen ähneln, die ihr Biotop zunehmend verschmutzen und verbrauchen. Das klingt nicht besonders ökologisch oder nachhaltig, sondern eher als ein Lehrstück der Parasitologie oder Onkologie.</p>
<p>Verstädterte Gebiete bedecken weniger als ein Prozent der Erdoberfläche, in Städten leben aber etwa 50% der Bevölkerung der Erde. Dieser Anteil wird wohl noch weiter zunehmen (auf 60% im Jahr 2030). Letztlich ist also von den Städten zu fordern, dass sie Anstrengungen zur Einschränkung des Energieverbrauchs unternehmen, Grundsätze der Nachhaltigkeit anerkennen und so auch zur Besänftigung des anthropogenen Klimawandels beitragen. Jedem einzelnen Bürger wird empfohlen Energie einzusparen und Abfälle bzw. Emissionen zu vermindern. Eine Stadt ist aber mehr als die Summe seiner Bürger, und ein umweltfreundliches Verhalten möglichst vieler Bürger führt noch nicht zu einer deutlich verbesserten Umweltbilanz der Stadt. Die Physiologie und Morphologie der Städte müsste verändert werden. Nicht nur der einzelne Bürger, sondern die Stadt selbst muss effizienter werden. </p>
<p>Die Vereinigung <a href="http://www.c40cities.org/"><em>C40 Cities. Climate Leadership Group </em></a> hat Verantwortung übernommen. <span id="more-63"></span> C40 bezeichnet eine Zusammenarbeit einer Gruppe der größten Städte der Welt mit dem Ziel den Klimawandel zu mäßigen. Diese Zusammenarbeit besteht seit dem Oktober 2005, als sich Repräsentanten von 18 großen Metropolen der Welt in London getroffen haben, um über die Herausforderung der globalen Klimaerwärmung zu sprechen. C40 arbeitet eng mit der <a href="http://www.clintonfoundation.org/cf-pgm-cci-home.htm"><em>Clinton Climate Initiative </em>(CCI)</a> der <em>William J. Clinton Foundation </em>zusammen. Sie erkannten Handlungsbedarf, die Notwendigkeit zur Kooperation bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen. In enger Zusammenarbeit sollen bestimmte Ziele erreicht werden, z.B. bei der Förderung und Verbreitung klimafreundlicher Technologien. Sie gehen dabei von der Annahme aus, dass gerade in Städten Ressourcen konzentriert sind, um den anthropogenen Klimawandel wirksam abzubremsen. Städte sind Zentren der Innovation, Zentren neuen Denkens und (politischen) Handelns. Städte sind in einer Position, in der sie eine führende Verantwortung für die Folgen des Klimawandels übernehmen müssen. </p>
<p>Und es gibt auch konkrete Maßnahmen, mit der die Städte ernst machen können mit ihrer Verantwortung (Quelle: <a href="http://www.c40cities.org/solutions/">http://www.c40cities.org/solutions/</a>):</p>
<ul>
<li>Zusammenlegung finanzieller Ressourcen. Dadurch können energiesparende Produkte und Technologien billiger eingekauft werden, Entwicklungen in diese Richtung werden so beschleunigt. Konkret genannt werden Baummaterialien, Verkehrssysteme, Straßenbeleuchtungen, Busse, Müllentsorgungsfahrzeuge und Recyclinganlagen usw.</li>
<li>Mobilisierung von Experten und Expertenwissen, um Städten zu helfen Programme zu implementieren, die zu einem reduzierten Energieverbrauch und verminderten Treibhausgasemissionen führen. Hinzu kommt technische Zusammenarbeit in den Bereichen Gebäudeeffizienz, Transportwesen, erneuerbare Energien, Abfallmanagement, Trinkwasserversorgung und Hygiene</li>
<li>Entwicklung von Monitoring- und Informationssystemen, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu unterstützen. </li>
</ul>
<p>Weiter werden genannt:</p>
<ul>
<li>Entwicklung von Richtlinien und Standards für Gebäude sowie Durchführung von Energie-Audits und Umbau- bzw. Nachrüstungsprogrammen öffentlicher und privater Gebäude mit dem Ziel verbesserter Energieeffizienz</li>
<li>Einführung energieeffizienter Verkehrssysteme und Straßenbeleuchtung</li>
<li>Einführung lokalisierter, sauberer Werke bzw. Systeme der Elektrizitätserzeugung</li>
<li>Entwicklung verbesserter öffentlicher Nahverkehrssysteme</li>
<li>Verwendung “sauberer” Energieträger und Hybridtechnologien in Stadtbussen, Fahrzeugen der Müllentsorgung usw.</li>
<li>Maßnahmen zur Verkehrsminderung</li>
<li>Entwicklung verbesserter Entsorgungs- und Recyclingsysteme, insbesondere Energiegewinnung durch Abfallentsorgung</li>
<li>Verbesserung der Wasserleitungssysteme</li>
</ul>
<p>Wir stellen fest: Städte organisieren sich zu einer gemeinsamen Front im „Kampf gegen den Klimawandel“. Dieser Eindruck wird bestätigt durch die Existenz eines weiteren Netzwerkes. Es gibt einen Weltbürgermeisterrats zum Klimawandel (<a href="http://www.iclei.org/index.php?id=2260">WMCCC, <em>World Mayors Council on Climate Change</em></a>. Dieser Zusammenschluss existiert seit Februar 2005; Vorsitzende ist die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann.<br />
Deren Zielsetzung ist:</p>
<ul>
<li>die Förderung von Maßnahmen zum Klimaschutz auf der lokalen Ebene,</li>
<li>die Unterstützung internationaler Kooperation von städtischen Behörden, um gemeinsam Klimaschutzziele erreichen zu können</li>
<li>Ausbau des politischen Profils und der Wirksamkeit der <em>Cities for Climate Protection Campaign </em>(CCP)</li>
<li>Förderung und Eintreten für die multilateralen Mechanismen globaler Klimaschutzpolitik</li>
</ul>
<p>Der WMCCC ist Bestandteil der <em><a href="http://www.iclei.org/">ICLEI. <em>Local Governments for Sustainability</em></a></em>. ICLEI ist eine internationale Assoziation lokaler Regierungen und nationaler, regionaler und lokaler Regierungsorganisationen, die sich auf Grundsätze nachhaltiger Entwicklung verpflichtet haben. Zu ICLEI gehören weltweit mehr als 630 Städte, Gemeinden und Organisationen. Gegründet wurde ICLEI 1990 in New York auf dem <em>World Congress of Local Governments for a Sustainable Future</em>. ICLEI stellt technische Beratungsleistungen, Ausbildungsprogramme und Informationssysteme bereit, um Kapazitäten aufzubauen, Wissen verfügbar zu machen und lokale Regierungen bei der Implementierung nachhaltiger Entwicklungsprogramme zu unterstützen. ICLEI geht von der Annahme aus, dass für bestimmte Lokalitäten angepasste Maßnahmen einen effektiven und kosteneffizienten Weg darstellen, um lokale, nationale und globale Nachhaltigkeitsziele zu erreichen (Quelle: <a href="http://www.iclei.org/index.php?id=global-about-iclei">http://www.iclei.org/index.php?id=global-about-iclei</a>).</p>
<p>ICLEI ist auch Organisations- und Koordinationszentrum der weltweiten Kampagne <em><a href="http://www.iclei.org/index.php?id=800">Cities for Climate Protection</em> (CCP)</a>. Bei dieser Kampagne geht es um Unterstützung für die Entwicklung lokaler Klimaschutzpolitik in Städten, um die Implementierung quantifizierbarer Maßnahmen um Treibhausgasemissionen zu senken, die Luftqualität zu verbessern und die Lebensqualität und Nachhaltigkeit von Städten zu vergrößern. Mehr als 800 lokale Regierungsverwaltungen partizipieren bei der Kampagne CCP, indem sie das Ziel, den Klimawandel einzudämmen, in ihre Entscheidungsprozesse integrieren.<br />
Die Kampagne basiert auf einem innovativen Rahmenwerk mit fünf sog. Meilensteinen, zu deren Durchführung die lokalen Regierungsverwaltungen sich verpflichten. Diese „Meilensteine“ fördern das Verständnis in die Zusammenhänge zwischen politischen Entscheidungen und dem Energieverbrauch. Sie fördern ein Verständnis dafür, wie Entscheidungen und Maßnahmen getroffen werden, die helfen, den Klimawandel zu besänftigen und gleichzeitig die Lebensqualität in den jeweiligen Kommunen fördern. Die Methodologie der CCP basiert auf internationalen Standards und vermittelt eine einfache, standardisierte Handlungsstrategie, mit der Treibhausgasemissionen reduziert werden können und entsprechende Maßnahmen kontrolliert, gemessen und berichtet werden können.<br />
Der Fortschritt der CCP, wie auch der einzelner Regierungsverwaltungen, wird auf internationalen Kongressen dargestellt und diskutiert. Die nächste dieser <em>Conference of Parties </em>findet im Dezember 2007 in Indonesien statt.<br />
Die CCP wird darüber hinaus ständig weiterentwickelt; es sollen auch Ansätze zur Anpassung an den bereits stattfinden Klimawandel erarbeitet werden und es wird versucht, vorhandene Implemetationsmodule (z.B. bezüglich der Straßenbeleuchtung oder Finanzierungsfragen) ständig  zu verbessern.</p>
<p>Eine Teilnahme an der CCP bringt folgende Vorteile: finanzielle Ersparnisse für lokale Regierungsverwaltungen, Haushalte und Wirtschaftsunternehmen, Arbeitsplätze, wirtschaftliche Entwicklung, Verminderung der Verkehrsproblematik, verbesserte Luftqualität, verbesserte Lebensqualität und Nachhaltigkeit. </p>
<p>Als weitere Ziele werden genannt:</p>
<ul>
<li>Steigerung des lokalen Engagements zur Reduktion von Treibhausgasen</li>
<li>Entwicklung und Verbreitung von Methoden, um lokale Kapazitäten und Strategien zur effizienteren Nutzung von Energie zu fördern</li>
<li>Vorantreiben optimaler Verfahren zur Energieeinsparung bei Gebäuden und im öffentlichen Nahverkehr bzw. Transportwesen</li>
<li>Förderung einer kollektiven europäischen und internationalen Stimme lokaler Regierungsverwaltungen im Verhältnis zu nationalen Regierungen und dem <a href="http://unfccc.int/2860.php"><em>United Nations Framework Convention on Climate Change </em>(UNFCCC)</a></li>
<li>Unterstützung der Aktivitäten lokaler Regierungsverwaltungen bei nationalen und europäischen Klimaschutzstrategien und –programmen.</li>
</ul>
<p><small>(Quelle: http://www.iclei-europe.org/index.php?id=592</small></p>
<p>Eine weitere Initiative ist der Wettbewerb „<a href="http://www.duh.de/klimakommune.html"><em>Bundeshauptstadt im Klimaschutz</em></a>“. Im Jahr 2006 nahmen 78 Kommunen an dem von der <a href="http://www.duh.de/home.html">Deutschen Umwelthilfe e.V.</a> ausgerufenen Wettbewerb teil. Zu den Themenfeldern gehörten: Energieerzeugung, Energiesparen, Siedlungsgestaltung, Verkehr und Öffentlichkeitsarbeit. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs standen der Ausbau einer klimaschonenden Energieversorgung, Spar- und Effizienzmaßnahmen in kommunalen Liegenschaften sowie Klimaschutzmaßnahmen beim Verkehr und in der Stadtplanung. Außerdem wurden klimarelevante Themen wie „Forstwirtschaft“ und „Abfallvermeidung“ abgefragt. Zudem wurden kreative Formen der Öffentlichkeitsarbeit und die Beratung von Bürgerinnen und Bürgern bewertet. Positiv waren auch Kooperationen zwischen Kommune, Bürgerinnen und Bürger und Interessengruppen, um gemeinsam das Klima zu schützen.<br />
Beispielsweise wurden folgende Maßnahmen abgefragt:</p>
<ul>
<li>Wurden konkrete Klimaschutz-Maßnahmen in einem Handlungsplan oder einem CO2-Minderungskonzept festgelegt?</li>
<li>Wie unterstützt Ihre Kommune bzw. der lokale Energieversorger private Investoren, Betreibergemeinschaften und Initiativen bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb klimaschonender Energieanlagen?</li>
<li>Wie hoch ist die installierte Leistung bzw. die tatsächliche jährliche Energieerzeugung erneuerbarer Energien vor Ort?</li>
<li>Führt Ihre Kommune eine regelmäßige Kontrolle des Strom- und Wärmeverbrauchs in ihren Gebäuden durch?</li>
<li>Werden Pläne wie Bebauungspläne, Vorhaben- und Erschließungspläne auf eine optimale Energiebilanz hin überprüft?</li>
<li>Betreibt Ihre Kommune ihren Fuhrpark auf klimaschonende Weise?</li>
<li>Welche Maßnahmen wie Radwegekonzepte beim Radverkehr sind in Ihrer Kommune bereits umgesetzt?</li>
<li>Ist es vor Ort möglich, Energie- oder Gebäudeanalysen zu bekommen?</li>
<li>Setzt Ihre Kommune Klimaschutzprojekte zusammen mit Interessengruppen wie beispielsweise Handwerkern, Umweltverbänden und Gewerbe um?</li>
</ul>
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		<title>How to be cool?Klimawandel und Klimawandeldebatte (Teil 3)</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Aug 2007 11:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mawerner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

		<category><![CDATA[Kliwa-Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier nun noch die im ersten Teil erwähnte Glosse - als Erinnerung an die Klimschutzdiskussion, eine Hommage an 10-Punkte-Pläne:
&#8220;Auf der Pfui-Liste der Klimapolitiker ganz oben stehen Geländewagen, fossile Brennstoffe, Fernreisen, Zickzackflüge, Stand-Bye, Glühbirnen aber auch die Viehhaltung, Stickstoffdüngung und Nassreiskulturen. Die grüne Agrarpolitikerin Bärbel Höhn fürchtet sich vor dem steigenden Fleischverbrauch (FR, Nr. 46 vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier nun noch die im <a href="http://space-buero.de/cgi-bin/weblog_basic/index.php?p=60">ersten Teil</a> erwähnte Glosse - als Erinnerung an die Klimschutzdiskussion, eine Hommage an 10-Punkte-Pläne:</p>
<p>&#8220;Auf der Pfui-Liste der Klimapolitiker ganz oben stehen Geländewagen, fossile Brennstoffe, Fernreisen, Zickzackflüge, Stand-Bye, Glühbirnen aber auch die Viehhaltung, Stickstoffdüngung und Nassreiskulturen. Die grüne Agrarpolitikerin Bärbel Höhn fürchtet sich vor dem steigenden Fleischverbrauch (FR, Nr. 46 vom 23.02.2007, S. 1, vgl. dort auch S. Börnecke „<em>Rinder als Klimasünder</em>“, S. 9 und sein Kommentar auf S. 3). Sogar das Umweltbundesamt stimmte ein: Weniger Fleisch sei auch gut.<br />
Durch eine vegetarische Lebensweise (ohne Reis) kann folglich zur Klimawende beigetragen werden. Besonders klimaschädliche carnivore Praxen gehören zudem verboten, v.a. die periodisch auftretende Unsitte exzessiven Grillens unter freiem Himmel in den erwärmten Sommermonaten. Das Verglühen von Kohle, ein fossiler Brennstoff, zum Zweck der Garung unmäßiger Mengen von Fleisch ist nur das Ende einer Verwertungskette wiederkäuender, methanproduzierender Säugetiere, die auf jeder Stufe eine Unmenge an Treibhausgasen freisetzt. Das sog. Anfächeln der Grillkohle hilft zudem, die Treibhausgase in der Atmosphäre zu verteilen. Überhöhter Fleischgenuss heterotropher Organismen führt wegen der notwendigen Verdauungsmehrarbeit zu vermehrtem Sauerstoffbedarf und damit zur verstärkten Exhalation von Kohlendioxid. An Orten, an denen viele Grillgeräte in Betrieb genommen sind, kommt es zu einer weiteren Erhöhung der Lufttemperatur, was in Verbindung mit dem Fleischkonsum zu außerordentlich starker Transpiration führt. Der Wasseranteil des Schweißes verdunstet, es entsteht Wasserdampf – auch das ein gefährliches Treibhausgas.<br />
Darüber hinaus brauchen wir alle neue Kühlschränke, neue Heizungen, neue Fenster, neue Autos, eine umfassende Anti-Warming-Gesetzgebung, eine Klimaschutzhymne, ein Klimaschutzcoaching (ähnlich wie die Diabetes- oder Blutdruckberatungen in den Krankenhäusern), eine Neudefinition von Schurkenstaaten usw. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel, wir müssen anfangen umzudenken. Es kann nicht angehen, dass der feuerspeiende Drache Tabaluga der Gute ist, während der Klimakühlung verschaffende Arktos als Bösewicht gilt. Dann sind wir bereit für die Innovation des Jahres 2007, den CGR, den Climate Gas Resorber. Eine farblich zu den weißen Ohrstöpseln des I-Pod passende Atemmaske, durch die die Atemluft ungehindert zu Nase und Mundöffnung strömen kann, bei Bedarf mit Aromen, Hormonen, Vitalstoffen, oder – als PartyGag - Helium angereichert. (Die Beimischung von Lachgas ist nicht zu empfehlen, aus dem einen Grund, weil es ein gefährliches Treibhausgas ist.) Beim Ausatmen wird das klimaschädliche Kohlendioxid mit einem synthetischen Chlorophyllgranulat ausgefiltert und abgelagert. Ist der Filter voll, kann er in Apotheken, Tankstellen und speziellen Sammelstellen abgegeben werden. Von dort wird das gefährliche Gas der Endlagerung zugeführt. Man erhält Sammelpunkte, mit denen man bei Rabattpartnern verbilligt einkaufen kann, z.B. Energiesparlampen oder Zwiebelschmalz.&#8221;</p>
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		<title>The Last Chance?</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Aug 2007 20:46:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mawerner</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Global Change]]></category>

		<category><![CDATA[Mixed Pickles]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine wirklich brilliante Einführung zum Thema Global Environmental Change:

Wullfmorgenthaler.com am 16. August 2007
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine wirklich brilliante Einführung zum Thema <em>Global Environmental Change</em>:<br />
<a href="http://www.wulffmorgenthaler.com/default.aspx?id=a82bc209-d786-4020-8181-82c0d7b078d5"><br />
Wullfmorgenthaler.com am 16. August 2007</a></p>
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